P wie Perlon

Damenstrümpfe aus Perlon Auf Grundlage bereits bekannter Fertigungsverfahren, aus denen auch der Nylonfaden zur Herstellung von Damenfeinstrümpfen hervorging, entwickelten der Chemiker Paul Schlack bereits 1938 das Verfahren zur Herstellung von Perlon. Durch die extrem hohe Belastbarkeit des gewonnenen Perlonfadens war diese Faser für die damalige Rüstungsindustrie sehr interessant und wurde geheimgehalten. Perlonstrümpfe aus dieser Zeit waren eine Seltenheit und blieben den Frauen hoher Angestellter vorbehalten. Aus dem damaligen Codenamen PERLURAN ging dann auch die letzendliche Bezeichnung PERLON hervor.
Nach dem Krieg und mit dem Wiederaufbau der Industrie begann ab 1949 auch die Herstellung von Perlon-Damenstrümpfen unter anderem in der Kunstseidenfabrik in Bobingen. Der Aufschwung hielt Einzug in Deutschland, Nylons oder Perlonstrümpfe, getragen mit Strapse, waren nun in hoher Qualität, gwirkt aus sehr feinem, transparenten Perlon erhältlich.
In der damaligen DDR, dem Ostteil Deutschlands, ging man seinen eigenen Weg und erfand das sogenannte Dederon, welches bis auf sehr wenige chemische Abweichungen dem Perlon entsprach. Dederonstrümpfe und Strumpfhosen aus Dederon sowie die bekannten Kittelschürzen sind im Gedächtnis ehemaliger DDR-Bürgers fest verankert.
Perlonstrümpfe oder Nylons mit oder ohne Naht und die dann aufkommende Damenfeinstrumpfhose, verdrängten die Damenstrümpfe aus Kunstseide fast völlig vom Markt.
Heute sind echte Perlonstrümpfe aus dieser Zeit bei Sammlern, Nostalgikern und DWTs (DWT = Damenwäscheträger) sehr begehrt.