U wie Unterwäsche
Der Begriff Unterwäsche ist durchaus wörtlich zu verstehen und bezeichnet das Unter-der-Wäsche. Hieß doch Kleidung in früheren Zeiten lapidar nur Wäsche. Heute sind die Begrifflichkeiten leider etwas verrutscht. Größtenteils praktisches "Untendrunter" wird als Unterwäsche bezeichnet, die etwas bessere und attraktivere Unterkleidung verdient schönere Namen und wird meist mit dem Begriff "Dessous" oder "Lingerie" bezeichnet. Dies betrifft natürlich größtenteils Damenunterwäsche. Dessous für Herren sind eher selten. Auch sogenannte Damenwäscheträger greifen eher zu Nylons und Miedern welche für die Dame gemacht sind.
In die Kategorie der klassischen Unterwäsche gehören Büstenhalter - in Kurzform BH genannt - und Schlüpfer (etwas eleganter: Slip), die zusammen ein Ensemble oder ein Set oder herkömmlich eine Garnitur bilden. Hinzu kommt das Unterhemd, das heute Hemdchen oder Top genannt wird. Etwaiges ruchloses Zubehör wie Strapse, Strapsgürtel, halterlose Strümpfe oder Nahtnylons haben in der Definition von Unterwäsche nichts verloren sondern werden verschämt negiert. Während sie unter dem Begriff Dessous eindeutig verstanden werden können. Wobei zu betonen wäre, dass einige dieser Teile, besonders Dessous, welche "ouvert", also an bestimmten Stellen (Genitalien oder Brustwarzen) offen sind, dann eher der Reizwäsche zuzuordnen sind.
Hatte Unterwäsche noch vor einiger Zeit höchstens praktisch, qualitativ und kochfest zu sein, so darf sie heutzutage doch etliche andere Kriterien offiziell erfüllen. Bei jedem Gang durch die Wäscheabteilung eines Kaufhauses finden sich reizvolle und sehr erotische Modelle in einer bunten Vielfalt und unterschiedlichen Materialien wie Satin oder Seide. Für Damen gibt es diese schon länger, salonfähig werden in den letzten Jahrzehnten aber zunehmend auch die Modelle für den aufgeschlossenen und mode bewussten Herrn. Inzwischen gilt die Maxime: erlaubt ist, was Spaß macht.