C wie Chemiefasern
Grundsätzlich unterscheiden sich Naturfasern, zum Beispiel Baumwolle, von Chemiefasern dadurch, dass sie aus pflanzlichem oder tierischem Material erzeugt werden. Natürliche Fasern sind also vom Rohstoff her nicht durch den Menschen zu beeinflussen.
Das sieht bei chemischen Fasern natürlich ganz anders aus.
Durch die chemische Industrie können die Eigenschaften der Chemiefastern verändert werden, weshalb sie auch ganz gezielt für verschiedene Gebiete herstellt werden können.
Aus den Bereichen Unterwäsche oder Strumpfwaren zum Beispiel sind die synthetisch hergestellten Fasern nicht mehr wegzudenken. Doch auch für die Chemiefastern nimmt man sich in der Natur vorkommende Materialien zu Nutze. Sowohl Natur- als auch Chemiefasern setzen sich aus Makromolekülen, also aus Molekülen, die aus langen Ketten bestehen, zusammen. In diesen Ketten sind Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und je nach Faser auch noch Stickstoff eingebunden. Durch Sonneneinstrahlung produziert die Pflanze bei der Photosynthese Glucose (Traubenzucker), aus der nun Cellulose gewonnen werden kann. Cellulose befindet sich in allen Baumwollfasern, so dass auf diesem Weg beispielsweise Baumwolle gewonnen werden kann.
Wolle und Haar werden hingegen über die Nahrung synthetisiert. Durch die Seidenraupe werden Proteine (Eiweiße) aus der Nahrung gezogen und mittels Drüsen zu langen Seidenfäden verarbeitet, aus denen dann wiederum die Wolle bzw. das Haar hergestellt wird aus dem dann später die Seide, so wie wir sie kennen, gewoben wird.
Da es sich bei Chemiefasern um Kunststofffasern handelt, ist die Herstellung von diesen Fasern auch gleichzeitig eine der drei verschiedenen Verfahren zur Kunststoffherstellung: Polymerisation, Polykondensation und Polyaddition. Dazu werden die Feststoffe durch Erhitzen oder Lösen in einer Flüssigkeit in zähflüssige, fadenziehende Substanzen überführt, die so genannte Spinmasse. Über verschiedene Spinnverfahren gelangt man dann letztendlich zur Chemiefaser. So wird zum Beispiel auch der Nylonfaden zur Herstellung von Nylonstrümpfen erzeugt.
Cellulosische Chemiefasern entstehen durch Holzfasern, die durch Chemikalien verflüssigt werden, so dass sie durch Drüsen gepresst werden können. Die cellulosische Fasern fallen nun aus und werden anschließend getrocknet. Hierzu zählen beispielsweise Viskose- und Acetatfasern.
Eine weitere Gattung ist die synthetische Chemiefaser. Die Rohstoffe erhält man hier aus Erdöl. Beispiele für synthetische Chemiefasern sind Polyacrylfasern, Polyamidfasern, Polyesterfasern oder Elastanfasern. Zu den bekanntesten synthetischen Fasern, welche für Strumpfwaren benutzt werden, zählen neben Nylon auch Perlon, oder das in der DDR damals verwendete Dederon.
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