N wie Nylon
Der Begriff "Nylon" bezeichnet die chemische Verbindung Polyhexamethylenadipinsäureamid, eine synthetisch hergestellten Faser, die aus Polyamid besteht.
Fasern, die aus Polyamid nach dem Verfahren 6.6 (Polykondensation) hergestellt wurden, erhielten Mitte der Dreißiger Jahre die Bezeichnung Nylon. Das Herstellungsverfahren wurde 1938 für das amerikanische Unternehmen DuPont patentiert. Die Entwicklung des Nylon war ein Ergebnis einer amerikanischen Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Kunststoffen um den Chemiker Wallace Hume Carothers Ende der Zwanziger Jahre.
Kunstfasern, die ebenfalls aus Polyamid, jedoch nach dem Herstellungsverfahren 6 produziert werden (Polymerisation), werden als "Perlon" bezeichnet. Perlon wurde in Deutschland vom Chemiker Paul Schlack ebenfalls in den Dreißiger Jahren, also fast zeitgleich, für das Chemieunternehmen IG Farben AG entwickelt.
Die beiden Kunstfasern setzen sich aus Peptid-Verbindungen zusammen, die eine sehr gute Elastizität, aber gleichzeitig auch eine hohe Reißfestigkeit gewährleisten. Zur Produktion von Nylon (Polyamid 6.6) verbinden sich im Rahmen einer Polykondensation Dicarbonsäure und ein Diamin. Aus der entstehenden Schmelze lassen sich mechanisch Nylonfäden ziehen, wickeln und weiterverarbeiten.
Durch Hinzugabe von Wasser während der Polymerisation (Polyamid 6) entsteht die vergleichbare Kunstfaser Perlon. In der Natur kommen Peptid-Bindungen mit ähnlichen Eigenschaften im Form von Wolle und Seide vor. Die Kunstfasern Nylon und Perlon zeichnen sich allerdings durch eine noch größere Reißfestigkeit aus.
Die Eigenschaften der Kunstfaser Nylon bestimmt auch ihr Einsatzgebiet. Seit 1939 werden Damenstrümpfe aus Nylon gefertigt. Die Bezeichnung "Nylon" sollte schon damals als Synonym für Damenstrümpfe vermarktet werden – die Firma E. I. duPont de Nemours versäumte jedoch, sie als Warenzeichen zu schützen. Die Bezeichnung Nylons oder Perlons für Damenstrümpfe war geboren.
Die Reiß- und Scheuerfestigkeit, die Elastizität und seine lange Haltbarkeit, aber auch die Knitterfreiheit und die geringe Feuchtigkeitsaufnahme von nur 4% der aus Nylon produzierten Bekleidung stehen beim Einsatz von Nylon bei Damenunterwäsche und Sportbekleidung im Vordergrund. Nylonfasern werden nicht nur zur Herstellung von Dessous sondern darüber hinaus für die Herstellung von Schnüren, Netzen, Fallschirmen, Rucksäcken, Zelten und Sportgeräten, wie Federbällen und Tennisschlägern, eingesetzt. Man könnte die Aufzählung an dieser Stelle wohl endlos weiterführen. Fest steht, ohne diese Kunstfaser würde das tägliche Leben anders aussehen, und die Mode im Besonderen.