St wie Strumpf

Nylon-Strumpf mit Naht Vorgänger der Strümpfe waren einfach Lappen aus grober Jute welche um Fuß und Bein geschlungen wurden. Vor etwa siebentausend Jahren entstanden dann aus diesen sogenannten Fuß-oder Beinlappen als logische Weiterentwicklung die ersten Strümpfe. Diese waren in der Regel beinlang, reichten also fast bis zum Gesäß. Im Gegensatz zu den vorher verwendeten Lappen waren diese ersten Strümpfe rundum geschlossen, also wie ein Schlauch gestrickt bzw. gewebt und vernäht. Gefertigt wurden sie aus Baumwolle sowie Tierhaaren und Wolle wie Angora und später auch aus Seide.
Je nach Modetrend und gesellschaftlichen Stand des Strumpfträgers wurden diese auch aus Brokat, Samt oder anderen Materialien gefertigt und mit Spitze oder anderen Accessoirs versehen.
Schon damals entwickelten sich zwei unterschiedliche Fertigungsverfahren für die Strumpfmode. So gab es den gewebten Strumpf sowie den Gestrickten. Beides hatte Vor-und Nachteile. Beim Weben konnte man dünnere Garne verarbeiten, was dementsprechen auch den Strumpf leichter und feiner machte, bei Stricken jedoch musste man dickere Garne verwenden, was auch die Strümpfe dicker gemacht hat. Jedoch waren die Strickstrümpfe durch ihre größeren Maschen dehnbarer und warfen nich in diesem Maße Falten wie es ein Strumpf aus Webware tat.
Ende des siebzehnten Jahrhunderts kam dann zu diesen beiden Verfahren noch das Wirken hinzu, was auch heutzutage noch zur Herstellung von Damenstrümpfen angewand wird.
Vor der Erfindung von Chemiefasern wie Nylon oder Elasthan waren die oben genannten verwendeten Ausgangsmateriealien in keinster Weise dehnbar. Daher mussten die Strümpfe so gefertigt werden, dass sie sich der Beinform schon vom Schnitt her anpassten. (moderne Nylonstrümpfe sind dehnbar und legen sich wie eine zweite Haut um das Bein)
Der Strumpf wurde also erst als flächiges Gewebe gefertigt, dann nach Vorlagen bzw. Schnittmustern ausgeschnitten und vernäht. Die Naht verlief meistens von den Zehen angefangen an der Fußsohle entlank über die Fersen und endete am oberen Strumpfrand. Diese Naht kennt man auch heute noch von echten Nylonstrümpfen wobei bei den Fersen-Formen die bekanntesten Typen wohl die sogenannte Cuban-Heel oder aber die spitz zulaufende Point heel ist.
Bis vor der oben genannten Einführung der Kunstfaser bestand immer das Problem, wie die Strümpf zum Halten am Bein zu kriegen. Man bediente sich zweierlei Möglichkeiten. Die Erste und ursprüngliche bestand darin, Strumpfbänder zu verwenden. Die Zweite Möglichkeit war das Tragen eines Strumpfhalters.
Die vortschreitende Entwicklung der synthetischen Fasern brachte auch hier Erleichterung. Strapse und Strumpfband müssen nun nicht mehr verwendet werden, dafür hielt der halterlose Nylonstrumpf Einzug in die Modewelt. Dieser ist am Strumpfrand mit einer Silikonbeschichtung versehen und hält den Strumpf rutschfest am Oberschenkel.
Moderne Damenstrümpfe oder Strapsstrümpfe sind dank der Technik und modernen Herstellungsverfahren mittlerweile hauchdünn. Nylonstrümpfen von 7 DEN sind heutzutage erhältlich (siehe auch DEN/dtex). Nylon oder Mischgewebe machen die Nylons transparent und haltbar. Mit Elathan-Anteil sind moderne Strumpfwaren äußerst dehnbar und sitzen wie eine zweite Haut.
Strümpfe bezeichnet man in der Regel als solche, wenn sie von der Länge her mindestens auf Höhe der Waden enden oder länger sind, also bis über das Knie oder bis zum Ende der Oberschenkel reichen. Was kürzer ist bezeichnet man als Socken.
Mittelerweile gibt es eine vielzahl an unterschiedlichsten Strümpfen in punkto Funktion, Form und Farbe.

Weiter Begriffe beginnend mit dem Buchstaben St:

· Strapse    · String     · Strumpfgürtel     · Strumpfhalter    · Strumpfhose    · Strumpfband