St wie Strumpfhalter
Den Strumpfhalter, in welcher Form auch immer, gibt es eigentlich seitdem die Menschheit versucht Ihre Beine zu bekleiden um sie gegen äußere Einflüsse wie Kälte, Sonne oder das Scheueren an der Oberbekleidung zu schützen.
Bereits vor hunderten von Jahren wurden Stoffbänder durch Löcher im Strumpfrand gezogen und an der Oberen Bekleidung oder einem Gürtel befestig. Die Strümpfe waren damals noch grob gearbeitet und aus Jute oder Leinen. Aber die Urform des Strumpfhalters (in Form von einzelnen Bändern) bzw. des Strumpfhaltergürtels war damit schon geboren.
Getragen wurde diese Art der Strumpf-Befestigung sowohl von Damen als auch von Herren, geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Strümpfen kamen erst später.
Ebenfalls von beiden Geschlechtern getragen wurde eine andere Art des "strumpfhaltens", nämlich das Strumpfband, welches um das Bein der Trägering oder des Trägers geschlungen und verknotet wurde. Nachteil bei diesen ersten Strumpfbändern war, dass man sich das Bein recht schnell abschnürte. Gummierte und damit dehnbare Strumpfbänder kamen erst später in Mode bzw. konnten erst durch die Entwicklung der Chemiefaser hergestellt werden.
Die Strümpfe wurden mit der Zeit immer feiner und dünner. Teils aus Seide, später aus Nylon gefertigt wurden sie dementsprechend auch immer empfindlicher. Aber auch der Strumpfhalter entwickelte sich weiter. Der Durchbruch war dann die Urform der Strumpfhalter-Clipse wie man sie heute von modernen Strapsen kennt.
Eine Öse aus Metall, geformt wie ein Schlüsselloch, nahm einen kleinen Kunststoffknopf auf, welcher unverlierbar zusammen mit der Öse am dehnbaren Strumpfhalter befestigt war. Der Strumpfrand wurde zwischen Öse und Knopf gebracht und dieser dann in der Öse nach unten geschoben. So wurde der Strapsstrumpf durch den eigenen Zug, welcher beim Bewegen auf die Halter wirkt, fest gehalten.
Im umgekehrten Fall, also beim Lösen der Nylonstrümpfe, musste man den Strumpfrand etwas nach oben ziehen, um den Zug von den Strümpfen zu nehmen. Nun konnte man bequem den kleinen Knopf in der Öse nach oben schieben und der Strumpfrand war wieder frei.
Anfang des 19. Jahrhunderts gab es bei dieser Anordnung noch fertigungsbedingte Mängel. So ging der kleine Kunststoffknopf oft verloren. Dann wurde als Behelf einfach ein Pfennig-Stück oder ein kleiner loser Knopf, mit Strumpfrand dazwischen, in die Öse geschoben.
Heutzutage sind diese kleinen Knöpfe oft aus einem Stück und aus Kunststoff gefertigt und dementsprechen langlebiger.
Übrigends wurden Strumpfhalter eine lange Zeit auch von Männern getragen, ohne dass diese DWT waren. Am weitesten verbreitet war der Strumpfhalter für Herren, welcher über der Wade getragen wurde und nur einen Clip per Halter zum anstrapsen hatte.
Die Blütezeit des klassischen Strumpfhaltergürtel wie man Ihn heute kennt, waren wohl die 40er bis 60er Jahre. In Filmen oder auf PinUp-Kalendern durfte dieser erotische Blickfang nicht fehlen.
Rein funktionell gesehen hat der gute alte Strumpfhalter heute fast ausgedient. Durch die Strumpfhose sowie halterlose Strümpfe ist er einfach überflüssig geworden.
Aus der Mode ist er aber trotzdem nicht. Wenn es zum Beispiel um Reizwäsche geht denken viele als erstes an Strapse und Nylons. Psychologen wollen herausgefunden haben, dass durch die Form des Strumpfhalters der Schoß der Frau quasi eingerahmt wird und dadurch einen sexuellen Reiz bei Männern auslöst. Beliebt sind klassische Strumpfhalter und Hüfthalter im Stil der 50er und 60er Jahre auch bei Nostalgikern und Rockabillys. Was passt besser zu einem Petticoat als echte Nylons mit Strapse.
Zu feierlichen Anlässen kleidet sich aber auch die Frau von Welt ganz gern mal im Vintage-Look, wie einige jüngste Aufnahmen von Stars und Sternchen beweisen.
Der gute alte Strumpfhalter wird uns mit Sicherheit noch eine ganze Zeit erhalten bleiben.
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