T wie Tüll

transparenter Tuell fuer Reizwaesche Als Tüll wird eine Art Netzgewebe bezeichnet, welches durch die typische wabenartige Struktur halbdurchsichtig und transparent wirkt. Dementsprechend liegen die Haupteinsatzgebiete dieses Stoffes in der Herstellung von Damenunterwäsche und Dessous sowie bei Oberbekleidung und Dekorationsstoffen.
Die Namensgebung für diese Art von Gewebe kommt aus dem französchischen Sprachraum und bezieht sich auf das Gebiet um Tulle. Besonders die Stadt Caudry war um 1900 bekannt für die Fertigung von Spitze und Tüll sowie hochwertigem Batist.
Das zu dieser Zeit angewandte Verfahren zur Herstellung dieses Stoffes war noch denkbar einfach. Im Gegensatz zu anderen blickdichten Stoffen wurden bei diesem Flachwebverfahren die sogenannten Kettfäden zwischen den quer verlaufenden Schussfäden verdrillt bzw. einmal gekreuzt. Diese Kreuzung vermied so das dichte, enge Aneinanderliegen der Schussfäden. Das Gewebe wurde so durchbrochen und bekam seinen transparenten Charakter.
Als Ausgangsstoff diente damals neben Baumwolle auch Seide. Heutzutage wird neben den genannten Naturfasern hauptsächlich Nylon oder Polyester in unterschiedlichsten Fadenstärken eingesetzt, stellenweise unter Beimischung von Elasthan um eine höhere Dehnbarkeit zu erreichen. Ebenfalls das Herstellungsverfahren wurde ständig weiterentwickelt. Heute übernehmen computergesteuerte Kettenwirkmaschienen das Fertigen unterschiedlichster Muster und Strukturen.
Tüll dient nach wie vor zum Verzieren von Dessous. Je nach Mode und Art der Unterwäsche variiert der Einsatz. Bei Wäsche im sogenannten Burlesque-Style wird Spitze und Tüll ziemlich üppig an Strumpfhaltern oder BHs eingesetzt wobei bei Alltagsunterwäsche, bis auf kleinere Applikationen, auf dessen Einsatz größtenteils verzichtet wird.
Auch bei sogenannter Reizwäsche kommt Tüll oft im Zusammenspiel mit glänzendem Satin zum Einsatz. Besonders feine Negligees oder Babydolls werden oft mit Tüllware verziert.

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