Nylonstrümpfe...wie es begann
Nylonstrumpf in den 30er Jahren
DuPont stellte im Jahr 1938 ihre neue synthetische Faser Nylon unter dem Werbespruch "Ein besserer Faden für ein besseres Leben" vor. Die Welt war begeistert, Nylon wurde als Aufbruch in ein neues Zeitalter gefeiert. Nylon machte ihn nun möglich, den äußerst transparenten Nahtstrumpf, profitabel herstellbar in industrieller Massenprduktion. In den USA konnte im Jahr 1939 die erste Fabrik zur Produktion von Nylon ihren Betrieb aufnehmen. Bald darauf begann die Produktion von Feinstrümpfen aus Nylongarn. Im Oktober des Jahres 1939 führte DuPont einen Testverkauf von Nylonstrümpfen durch. Eigens dafür lies die Firma 4000 Paar Nylonstrümpfe wirken. Der Testverkauf der Nylonstrümpfe hatte durchschlagenden Erfolg. Man begann, die Markteinführung der Nylonstrümpfe zu inszenieren. Durch eine groß angelegte Werbekampange wurde die Markteinführung des Strumpfes aus Nylongarn vorbereitet. Am 15. Mai 1940 erlebte Amerika den offiziellen Verkaufsstart für Strümpfe aus Nylon. Der erste Verkaufstag war ein voller Erfolg. Von diesem Tag an erlebte der Nylonstrumpf einen Siegeszug. Zwei Millionen Paar Nylonstrümpfe wurden für den Verkaufsstart produziert. Innerhalb von vier Tagen waren diese vier Millionen Nylonstrümpfe restlos ausverkauft. Dies, obwohl ein Paar aus dieser Produktion für damalige Verhältnisse unglaubliche 250 Dollar kostete. Nur der II. Weltkrieg unterbrach den Triumphzug des Nylonstrumpfes, da die gesamte Produktion von Nylongarn für militärische Zwecke verwendet wurde. Statt Nylons wurden aus der Chemiefaser Fallschirme, Seile oder Zelte.
Nylonstrümpfe aus Sachsen
Nylonstrümpfe in der Nachkriegszeit
In einer Versuchsanstalt in Schwarza/ Thüringen wurde im Jahr 1940 der erste marktreife Damenstrumpf aus Perlon hergestellt. Kurze Zeit später verwirkten auch die Strumpfwirker im Erzgebirge Perlonfäden. Der Anfang des 2. Weltkrieges ließ auch die Verantwortlichen der Wehrmacht ins Schwärmen für die neue Faser Nylon kommen. Statt feiner Damenstrümpfe für Frauen wurde aus Perlon nun auch Falschirmkappen, Zelte, Seile usw. gefertigt. Seit 1940 also begeistern die Nylons am Bein die Welt. Nach dem Ende des Krieges gab es in Deutschland ein Problem. Die gesamte Feinstrumpfindustrie war hier in Sachsen konzentriert. Bis auf zwei Cottonmaschinen standen alle zur Herstellung der Damenfeinstrümpfe notwendigen Maschinen im Erzgebirge. Auch die auf die den Bau von Cottonmaschinen spezialisierten Maschinenbauer befanden sich hier in Mitteldeutschland. Ein reger Schmuggel von Nylonstrümpfen in die Westzonen entwickelte sich in den Nachkriegsjahren. Noch heute erzählen unsere Großeltern vom Tauschgeschäft Nylonstrümpfe gegen Nahrungsmittel. Auf dem Schwarzmarkt handelte man Nylonstrümpfe mit 200 Reichsmark.
© Text by AG Nahtstrumpf Leipzig